Das EUDI Wallet beantwortet „ist das wirklich diese Person?“ – aber nur, wenn sie es aktiv vorzeigt. Es fehlt die Gegenrichtung: zu einer verifizierten Identität Schlüssel und Erreichbarkeit nachschlagen zu können, ohne dass die Person online ist. ROND ist ein gemeinwohlorientiertes Projekt, das dieses Verzeichnis als offenes Protokoll baut – und sucht Menschen, die es mitgestalten.
Ab Ende 2026 wird jeder EU-Bürger Zugang zu einem EUDI Wallet erhalten — Deutschland plant den Go-Live für Anfang 2027. Damit entsteht erstmals eine flächendeckende Identitätsschicht für 450 Millionen Menschen.
Was fehlt, ist das offene Verzeichnis darüber. Heute lösen "Sign in with Google" und "Sign in with Apple" das Passwort-Problem – aber der Preis ist die vollständige Übergabe des digitalen Identitätsgraphen an einen Konzern.
ROND will die offene, föderierte, gemeinwohlorientierte Alternative bauen — je früher ein offener Standard existiert, desto eher kann er sich gegenüber proprietären Lösungen behaupten. Das Protokoll soll den Menschen gehören, nicht seinen Erfindern, nicht Investoren, nicht einem Konzern.
Deine Identität gehört dir – nicht einem Konzern, nicht einer Cloud, nicht einem Algorithmus. Digitale Souveränität soll bei ROND aus der Architektur folgen, nicht aus einem Versprechen.
Was existiert, ist eine Problemanalyse, eine konzeptionelle Architektur und ein günstiges Zeitfenster. Die Architektur ist ein Entwurf — sie muss von Fachexperten validiert und weiterentwickelt werden. Was fehlt, sind die Menschen mit der Expertise:
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Formale Protokoll-Spezifikation, Zero-Knowledge-Architektur, Shamir's Secret Sharing, kryptografische Sicherheitsbeweise.
ZKP · SSS · Formale VerifikationErbrecht, Datenschutz (DSGVO), eIDAS 2.0, digitale Souveränität, Stiftungsrecht. Gutachten zur Protokoll-Konformität.
DSGVO · eIDAS · ErbrechtBewertung der Verfahren, die als manipulationssicherer Integritätsanker der Registry in Frage kommen: Sicherheitsanalyse, Betriebskosten, formale Verifikation. Die Entscheidung ist offen.
Architekturentscheidung offenBetrieb von Tier-1-Nodes auf eigener Hardware. Föderierte Systeme, Netzwerk-Architektur, Hochverfügbarkeit.
Self-Hosted · FöderiertInfrastruktur, die für jeden Menschen zugänglich ist – nicht nur für technisch Versierte. Komplexität verbergen, Vertrauen schaffen.
Accessibility · Trust UXOrganisationen und Stiftungen, die kritische digitale Infrastruktur als öffentliches Gut finanzieren und unterstützen.
NGO · Public Interest TechDigitale Souveränität ist kein Feature. Sie ist eine architektonische Grundentscheidung, die jeden Aspekt des Protokolls durchzieht.
Alle sensiblen Daten werden auf deinem Gerät verschlüsselt, bevor sie es verlassen. Schlüssel sollen per Shamir's Secret Sharing fragmentiert werden. Zu keinem Zeitpunkt existiert ein vollständiger Schlüssel auf einem fremden System.
Das gilt für das Protokoll und für die Betriebsinfrastruktur des Projekts — Node-Software, Registry, Hosting, CI und Forge. Kein einzelner Provider kontrolliert die Infrastruktur; verschlüsselte Shards liegen bei identifizierbaren Node-Betreibern in bekannten Jurisdiktionen. Einzelne Nodes können Cloud-Hardware nutzen, da alle Daten client-seitig verschlüsselt sind.
Wo immer möglich ersetzt ROND Vertrauen durch Kryptografie und zentrale Instanzen durch föderierte Netzwerke. Du musst nur der Mathematik vertrauen – und die ist öffentlich auditierbar.
Die Registry braucht einen Anker, an dem über Jahrzehnte nachweisbar bleibt, dass Regeln, Public Keys und Hashes nicht nachträglich verändert wurden. Welche Technologie diesen Anker liefert, ist nicht entschieden – die Architekturentscheidung läuft (ADR-003, Status: Vorgeschlagen). Unabhängig davon gilt: deine Inhalte verlassen dein Gerät verschlüsselt und liegen als Shards auf föderierten Nodes – nie im Klartext, nie vollständig an einem Ort.
Das EUDI Wallet beantwortet „ist das wirklich diese Person?“ – aber nur, wenn die Person es aktiv vorzeigt. Was fehlt, ist die Gegenrichtung: zu einer verifizierten Identität Schlüssel und Erreichbarkeit nachschlagen zu können, ohne dass die Person online ist.
S/MIME und PGP scheitern seit Jahrzehnten nicht an der Kryptografie, sondern daran, dass es kein verlässliches Verzeichnis gibt, in dem sich der Schlüssel einer verifizierten Person nachschlagen lässt. Genau dieses Verzeichnis fehlt.
Ein EUDI-basiertes, föderiertes Opt-in-Schlüsselverzeichnis. Das EUDI Wallet ist eine Brieftasche, kein Telefonbuch – die Registry verbindet verifizierte Identität mit kryptografischer Erreichbarkeit. Daraus folgt "Sign in with EUDI": ohne Passwort, ohne Konzern, ohne Tracking.
Wer darf mich kontaktieren, unter welchen Bedingungen, verifiziert durch EUDI-Attestierungen. Du bestimmst die Regeln. Spam wird nicht gefiltert – Spam wird strukturell unmöglich. Bestehende Messenger wie Signal oder Matrix können die API integrieren.
Verschlüsselte Daten, die nach Tod oder Geschäftsunfähigkeit an verifizierte Empfänger freigegeben werden. Dead Man's Switch und Guardian-Verifikation – die Trigger-Logik ist deterministisch, transparent und von keiner Einzelperson manipulierbar.
Diese beiden Voraussetzungen existierten nie gleichzeitig. Das Zeitfenster öffnet sich Ende 2026 und wird sich schließen, sobald geschlossene Plattformen den Raum besetzen.
EU-Verordnung 2024/1183 verpflichtet jeden Mitgliedstaat, ein EUDI Wallet bereitzustellen. Ab Ende 2027 müssen Banken, Telekommunikation, Gesundheitswesen und Very Large Online Platforms es akzeptieren. 450 Millionen verifizierte digitale Identitäten – mit qualifizierter elektronischer Signatur und selektiver Offenlegung.
Person Identification Data · QES · Selective DisclosureBGH 2018: Digitaler Nachlass dem analogen gleichgestellt. § 4 TDDDG (2024): Anbieter müssen mit Erben kooperieren. eIDAS 2.0: Rechtsrahmen für EUDI Wallet und qualifizierte Attestierungen. Die Gesetze existieren – was fehlt, ist die technische Infrastruktur, die sie umsetzt.
§ 1922 BGB · DSGVO · eIDAS 2.0 · TDDDGROND baut keine Apps – ROND liefert die offene Protokollschicht, auf der Unternehmen, Behörden und die Zivilgesellschaft eigene Dienste aufbauen können.
"Sign in with EUDI" über die ROND Identity Registry. Verifizierte Identität, einmal authentifiziert, kryptografisch abgesichert – ohne dass ein Konzern dazwischensitzt. Kein Passwort. Keine SMS. Kein Code.
Eine Physiotherapie-Praxis bietet ihren Patienten ein Online-Portal für Terminbuchung und Befunde. Statt eigene Login-Infrastruktur zu bauen, integriert sie die ROND-API – Patienten authentifizieren sich per EUDI Wallet. Kein Passwort, kein "Passwort vergessen", keine Nutzerdatenbank, die gehackt werden kann.
Unternehmen identifizieren sich per EUDI Business Wallet. Phishing-Mails, die vorgeben von der Deutschen Bank zu stammen, werden unmöglich – der Absender kann die EUDI-Verifizierung nicht fälschen.
Eine Hausärztin definiert in ROND: "Kontakt nur von meinen Patienten, dem Labor und der KV." Alles andere kommt gar nicht an – kein Spamfilter nötig, weil nicht-autorisierte Nachrichten strukturell nicht zustellbar sind. Ein Pharma-Vertreter müsste eine staatlich verifizierte Identität haben UND von der Ärztin individuell autorisiert sein.
Verschlüsselte Briefe an Kinder, die erst nach dem Tod freigegeben werden. Strukturierte Übersicht aller Online-Accounts für Bevollmächtigte. Krypto-Asset-Vererbung, vorgesehen per Shamir's Secret Sharing. Vorsorgevollmachten mit digitaler Aktivierung.
Ein Freelancer hat 47 Online-Accounts, drei Krypto-Wallets und eine laufende Lebensversicherung. Er hinterlegt eine verschlüsselte Übersicht in ROND und benennt seine Partnerin als Empfängerin. Drei seiner fünf Guardians bestätigen per EUDI seinen Tod – seine Partnerin erhält Zugang. Kein Notar nötig, kein Passwort-Zettel in der Schublade, kein "ich komm nicht an seinen Laptop ran".
Notare ergänzen die klassische Nachlassplanung digital. Versicherungen bestätigen Trigger-Ereignisse verifizierbar. Banken betreiben eigene Storage-Nodes. Behörden kommunizieren autorisiert mit Bürgern.
Ein Sportverein nutzt ROND für alle drei Schichten – Mitglieder loggen sich per EUDI ein (kein Passwort-Reset-Chaos), der Vorstand ist nur für verifizierte Mitglieder kontaktierbar (kein Spam auf der Vereins-Mail), und die Zugangsdaten zum Vereinskonto sind per Legacy Protocol abgesichert, falls dem Kassenwart etwas zustößt.
Menschen wechseln nicht für Sicherheit. Sie wechseln für Nutzen – und nehmen Sicherheit als Bonus mit. Deshalb beginnt ROND nicht beim Vermächtnis, sondern beim Passwort.
Nutzer registrieren sich, weil sie nie wieder ein Passwort eingeben wollen. Die Identity Registry wird zum souveränen Identity Provider – ohne dass Google oder Apple bei jeder Anmeldung zusehen.
Wer seine Identität bereits in der Registry hat, kontrolliert als nächstes, wer Nachrichten senden darf. Kein separater Dienst – organische Erweiterung eines bestehenden Kontos.
Der Nutzer ist bereits im System, versteht die Mechanik, vertraut der Infrastruktur. Die Hürde für die Vorsorgefrage sinkt dramatisch – das Legacy Protocol wird zum logischen Abschluss, nicht zum morbiden Einstiegspunkt.
Setzt eine Förderzusage voraus. Ohne Bewilligung verschiebt sich diese Phase.
Das EUDI Wallet kommt Ende 2026 / Anfang 2027. Die Infrastrukturschicht darüber wird gebaut werden — die Frage ist, ob sie offen und föderiert sein wird oder geschlossen und kommerziell.