Häufige Fragen

ROND ist ein junges Projekt in der Konzeptphase. Wir bekommen regelmäßig gute Fragen – hier sind die häufigsten. Und ganz unten findest du die Fragen, auf die wir selbst noch keine Antwort haben.

Häufige Fragen

"Speichert ihr sensible Daten auf einer Blockchain?"

Nein. Auf der Blockchain liegen ausschließlich Metadaten – Hashes, Trigger-Konfigurationen, Public Keys, Autorisierungsregeln. Nichts davon ist sensibel. Deine eigentlichen Inhalte (Nachrichten, Zugangsdaten, Dokumente) werden auf deinem Gerät verschlüsselt und als Shards auf föderierten Nodes gespeichert – nie im Klartext, nie vollständig an einem Ort. Die Blockchain ist das Regelregister, nicht der Tresor.

→ Ausführlicher erklärt unter "Wie es funktioniert"

"Aber meine Daten liegen dann trotzdem irgendwo auf fremden Servern?"

Ja – genau wie heute schon. Jeder, der Google, iCloud, WhatsApp oder eine Bank-App nutzt, speichert sensible Daten auf fremden Servern. Der Unterschied: Bei diesen Diensten kann der Betreiber deine Daten lesen – er verspricht nur, es nicht zu tun. Bei ROND kann der Node-Betreiber deine Daten nicht lesen, weil sie clientseitig verschlüsselt und per Shamir's Secret Sharing fragmentiert sind. Kein einzelner Node hat genug Informationen, um irgendetwas zu entschlüsseln.

"Warum brauche ich ROND, wenn Amazon und andere EUDI direkt akzeptieren?"

Große Plattformen werden EUDI tatsächlich selbst implementieren – das ist regulatorisch verpflichtend ab Ende 2027. Für den Login bei Amazon allein brauchst du ROND nicht. ROND wird relevant für drei Szenarien: Erstens, kleinere Dienste, die EUDI nicht selbst implementieren wollen (Arztpraxen, SaaS-Anbieter, Vereine). Zweitens, autorisierte Kommunikation – das kann keine einzelne Plattform plattformübergreifend lösen. Drittens, digitales Vermächtnis – das funktioniert ausschließlich mit einer plattformübergreifenden Schicht, weil dein digitales Leben nicht bei einem einzelnen Dienst liegt.

"Was passiert, wenn ROND aufhört zu existieren?"

Das ist genau der Grund, warum ROND ein offenes Protokoll ist und keine App. SMTP existiert seit 1982, obwohl hunderte E-Mail-Anbieter gekommen und gegangen sind. Ein offenes Protokoll gehört niemandem – solange mindestens ein Node läuft, existieren die Daten. Die Blockchain-Verankerung garantiert die Integrität der Regeln unabhängig von jeder einzelnen Organisation. Die gemeinnützige Stiftungsstruktur stellt zusätzlich sicher, dass ROND nicht aufgekauft oder eingestellt werden kann.

"Warum nicht einfach eine Datenbank statt Blockchain?"

Eine PostgreSQL-Datenbank könnte technisch alle Daten speichern. Aber: Wer garantiert, dass die Stiftung die Daten in 30 Jahren nicht verändert hat? Bei einer Datenbank lautet die Antwort: Vertrauen. Genau das Vertrauensproblem, das ROND lösen soll. Bei einer Blockchain ist jede Änderung kryptografisch verkettet, öffentlich einsehbar und deterministisch nachvollziehbar. Ein Notar kann in 20 Jahren die Gültigkeit einer Trigger-Konfiguration direkt auf der Blockchain verifizieren – ohne der Stiftung, dem Node-Betreiber oder irgendeiner Zwischeninstanz vertrauen zu müssen.

"Noch ein Blockchain-Projekt – ist das nicht Krypto-Hype?"

Verständliche Skepsis. ROND hat keinen Token, kein ICO, keine spekulative Komponente. Die Blockchain wird eingesetzt, weil sie ein konkretes Problem löst: manipulationssichere Regelverankerung über Jahrzehnte. Nicht weil "Blockchain" gut klingt. Wenn morgen eine bessere Technologie existiert, die dasselbe leistet, würden wir wechseln. Die Architektur ist kryptografisch agil – Algorithmen können ausgetauscht werden, ohne das System neu zu bauen.

"Wie finanziert sich das langfristig?"

Identity Registry und Authorization Protocol sind kostenlos – sie brauchen kaum Speicher (nur Keys und Regeln). Das Legacy Protocol mit tatsächlicher Datenspeicherung wird über gestaffelte Gebühren finanziert. Enterprise-API-Zugang für Notarkammern, Versicherungen und Banken generiert zusätzliche Einnahmen. Node-Betreiber werden über Protokoll-Gebühren kompensiert – nicht über Token-Spekulation.

→ Details zur Finanzierung im Konzeptpapier v0.5

Offene Designfragen

Diese Fragen sind bewusst offen. Wir arbeiten aktiv daran – und genau hier brauchen wir Expertise von außen. Wenn du zu einer dieser Fragen beitragen kannst, .

Speichermodell und Kapazität

Wenn 450 Millionen EU-Bürger das Legacy Protocol nutzen – wie viel Speicher braucht das föderierte Netzwerk? Was ist ein realistisches Limit pro Nutzer? Wird ROND ein Schlüssel-Tresor (wenige KB pro Nutzer) oder ein Daten-Tresor (MBs bis GBs)? Wer bezahlt den Speicher über 50 Jahre – und wie?

Krypto-Agilität über Jahrzehnte

ROND muss Quantencomputer und unbekannte zukünftige Angriffe überleben. Wie sieht ein konkreter Re-Encryption-Mechanismus aus, wenn ein Algorithmus als gebrochen eingestuft wird? Was passiert im Legacy-Fall, wenn der Nutzer nicht mehr aktiv ist – wer autorisiert die Re-Encryption?

Killer-Feature gegenüber nativer EUDI-Integration

Große Plattformen werden EUDI direkt implementieren. Der reine Login-Vorteil von ROND entfällt dort. Was ist das plattformübergreifende Feature, das keine einzelne Plattform replizieren kann – und das gleichzeitig ein Grund ist, sich bei ROND zu registrieren?

Guardian-Quorum-Design

Wie groß muss ein Guardian-Quorum sein? Was passiert, wenn Guardians sterben, den Kontakt verlieren oder kolludieren? Wie verhindert man sowohl falsch-positive als auch falsch-negative Trigger-Auslösungen über Jahrzehnte?

Du hast eine Frage, die hier nicht steht?

– wir antworten auf alles.

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